Ortstermin Stuttgart: Porsche Museum goes interactive

Die Nobelmarke präsentiert sich innovativ mit Videowalls und Soundinstallationen

Bei Porsche stehen digitale Medien hoch im Kurs.

Es ist nicht nur die Klaviatur der sozialen Medien, auf denen der Autobauer Porsche immer virtuoser spielt. Auch das Porsche Museum in Stuttgart gibt sich immer digitaler: Auf einer über 16 m² großen Videowand können Besucher seit diesem Jahr neun Jahrzehnte Porsche-Geschichte interaktiv erforschen. Oder an drei Soundduschen charakteristische Motorgeräusche der Kult-Karosse erleben und damit ein eigenes Musikstück komponieren.

Überhaupt ist das Porsche Museum ein Kleinod: Dort ist immerhin das gesamte historische und zeitgenössische Wissen um die Nobel-Marke aus dem Ländle gebündelt. Seit 2007 stehen mehr als 80 Fahrzeuge und zahlreiche Kleinexponate in der Ausstellung. Nach sieben Jahren Betrieb wurde nun auch die Medientechnik erweitert und somit das Ende des Ausstellungsrundgangs aufgewertet. Die neuen AV-Installationen sollen ein interaktives Erleben der Marke ermöglichen und so einen Mehrwert für die Besucher schaffen.

Touchwall öffnet sich sensorgesteuert

Eines der Highlights: die Porsche Touchwall, eine 12 Meter breite Videowand mit einer Gesamtauflösung von über 41 Megapixeln. Darauf können die Besucher in über 3.000 Bildern, Zeichnungen, Postern und Werbeanzeigen von 1931 bis heute stöbern. Dort gibt es für die Fans auch eine umfangreiche Bildauswahl samt technischer Daten von nahezu allen Straßen- und Rennfahrzeugen mit Porsche Wappen.

Geht jemand an der Touchwall vorbei, wird das von den Sensoren registriert – auf der Videowand öffnet sich ein Fenster in die Porsche Bildwelt. Die eigentliche Navigation durch die Bilder läuft dann über den Touch-Rahmen. Dieser bietet mehreren Besuchern gleichzeitig die Möglichkeit, die Inhalte über intuitive Multitouch-Gesten zu steuern. Was für den Besucher spielend einfach wirkt, ist in Wahrheit ein außergewöhnliches Stück Hightech: 20 steglose Full-HD 55-Zoll LC-Displays werden von fünf Grafik-PCs mit einer 3D-Echtzeit Anwendung angesteuert. Über sie lassen sich auch Funktionen Bilder über die gesamte Länge der Touchwall verschieben.

Experimentieren mit Porsche Motorsounds

Ein weiterer neuer Höhepunkt in der Dauerausstellung ist die interaktive Soundinstallation „Porsche in the Mix“, die in dieser Form weltweit einzigartig sein dürfte. Der Besucher kann hier über ein Touch-Display aus sieben Fahrzeugmodellen seinen Favoriten auswählen. Vom Porsche 356 über den Porsche 911 bis hin zum Porsche 918 wird das ausgewählte Fahrzeug auf einer 9 m² großen LED-Wand visualisiert – natürlich mit dem passenden Motorsound. Zusätzlich wird für jedes Fahrzeugmodell ein eigener Musiktrack abgespielt. Über das Touchdisplay kann der Besucher bis zu acht Geräusche wie Blinker oder Türen schließen auswählen und mit dem Motorensound in den Musiktrack integrieren.

Alle Klangquellen basieren auf originalen Porsche-Fahrzeuggeräuschen. Sie werden ebenfalls per Video und kinetischer Animationen auf der LED-Videowand visualisiert. Rechts und links der Videowand schweben je zwölf LED-Schallpegelanzeigen im Raum und variieren je nach Fahrzeuggeräusch und Lautstärke in ihrer Höhe und Bewegung. Am Ende kann der Besucher sein selbst komponiertes Musikstück per E-Mail nach Hause senden. Entwickelt wurde dieses einmalige Multimedia-Konzept von der Agentur für Customer Experience Liganova GmbH aus Stuttgart.

Ergänzt wird diese Installation von zwei flankierenden Soundduschen. „Start your Engine“ spielt originale Startgeräusche von Motoren eines Porsche RS Spyder, eines Panamera GTS und eines Diesel Schlepper Standard ab. Die Sounddusche „Acceleration“ lässt Besucher Beschleunigungssounds von einem 911 2.0 Coupé, einem 935 und 911 GT3 RS erleben. In der Dusche sind original Pedale und Drehzahlmesser der Fahrzeuge installiert. Dafür haben die Techniker aus dem Porsche-Entwicklungszentrum Weissach Original-Motorsounds für unterschiedlichste Anfahrverhalten und Drehzahlen aufgenommen.

Reibungslose Integration einer komplexen Architektur

„Die bauliche Umsetzung des Projektes war wegen der komplexen Architektur des Porsche Museums sehr anspruchsvoll. Zudem sollte der Museumsbetrieb bei der Installation möglichst wenig beeinträchtigt werden“, erläutert Andreas Hofmann, Projektleiter für das Porsche Museum. Hier zahlte sich die strategische Planung der AV-Spezialisten von macom, Stuttgart, aus. Dank ihr konnte Porsche die neue Medientechnik im laufenden Betrieb installieren. Das Ergebnis fügt sich nun nahtlos in die bestehende Architektur ein. „Die neue Medientechnik wird nicht als Fremdkörper wahrgenommen. Die große Porsche Touchwall zum Beispiel fällt durch ihre Abmessung auf, ohne sich dem Besucher aufzudrängen“, betont Hofmann. Und wer hätte es anders erwartet: Über ein iPad können beide Installationen zentral gesteuert werden.

Dokumentation Dauerausstellung | 11. April 2016

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Über Detlev Brechtel 76 Artikel
Editor-in-Chief & Digital Strategy.
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