„Alles, woran man glaubt, beginnt zu existieren“

Zeit für ein Zitat: Initiative von Gewista, Wiener Kulturabteilung und MultiArt

Dieses Zitat der kürzlich verstorbenen österreichischen Schriftstellerin Ilse Aichinger steht paradigmatisch für die Initiative „Zeit für ein Zitat“. Ziel ist, Literatur und Philosophie im öffentlichen Raum in Form von Plakaten zu präsentieren: „Zitat-Plakat“ und „Zitat-City Lights“ in der Stadt, dort wo hohe Frequenz und hohe Verweildauer herrschen.

„‘Zeit für ein Zitat‘ ist eine Einladung der Gewista zum Nachdenken, Nachlesen, Reflektieren – gerade in Zeiten, da der öffentliche Raum immer stärker zur Bühne gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen wird.

Impulse für den eigenen Alltag

Die Zitate sind wie ein Stachel, der unseren Alltag unterbricht und uns dazu zwingt, anders zu denken, Impulse aufzunehmen und die eigene Situation zu überdenken“, sagt Karl Javurek, CEO der Gewista und Präsident des Vereins Out of Home Austria.

Sechs Zitate von fünf AutorInnen wurden 2016 ausgewählt: Menschenwürde, Aufruf zur Mündigkeit und die bedrohte Freiheit des Individuums sind durchgängiges Leitmotiv:

„Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, sondern ihr Todfeind.“ (Theodor W. Adorno)

„Wo die Gewalt absolut herrscht, da schweigen nicht nur die Gesetze, sondern alles und alle.“ (Hannah Arendt)

„Alles, woran man glaubt, beginnt zu existieren.“ (Ilse Aichinger)

„Am Ende werden sie uns ihre Freiheit zu Füßen legen und zu uns sagen: ‚Macht uns zu euren Sklaven, aber füttert uns‘.“ (Fjodor Michailowitsch Dostojewski)

„Ohne Wissensbildung keine Gewissensbildung.“ (Friedrich Heer)

„Sanfter Terror vernichtet nicht weniger als harter Terror.“ (Friedrich Heer)

„Zeit für ein Zitat“ wird seit mittlerweile 34 Jahren durchgeführt und ist aktueller denn je. Mehr als 200 Gedichte und Zitate von über 180 Literaten, Philosophen, Künstlern und Intellektuellen wurden in den vergangenen Jahren, in Form von 300.000 Plakaten, öffentlich ‚angeschlagen‘. Ein wichtiger Beitrag zur Literatur- und Leseförderung, ein Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs.

Wien denkt nach – auf Plakaten

Zu sehen sind die Zitate über den Jahreswechsel 2016/17 auf über 100 City Lights und etwa 1.500 Kulturplakatflächen in ganz Wien. Die Initiative erstreckt sich über das gesamte Jahr: immer wieder werden im Bogenformat Zitatplakate affichiert – als „Einladung zum Nachdenken“.

Interessierte können – gegen Ersatz der Herstellungskosten – Poster anfordern (Mail an: ramona.kordesch@multiart.at).

Über Detlev Brechtel 108 Artikel
Editor-in-Chief & Digital Strategy.
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